Solidaritäts-erklärung für Wagenleben in Wien


Wir Gruppen (plan.los!, Kaleidoskop, …) und Personen aus dem Netzwerk KuKuMA erklären uns solidarisch mit dem geräumten Wagenplatz Treibstoff und dem akut räumungsbedrohten Wagenplatz Hafenstraße.

Als unabhängige und autonome Kulturarbeiter*innen fordern wir einen Kurswechsel der Stadtpolitik, einen Stop der Repression sowie mehr Mittel und Förderungen für alternative Räume und Lebensweisen!

Der Wagenplatz Treibstoff wurde am Morgen des 21.10. von einer hunderstschaft an Polizeikräften mit unterstützung der Abschleppfirma „Toman“ ohne Vorwarnung geräumt. Mehr als fünfzehn Personen stehen nun
kurz vor dem Winter ohne ihre Unterkunft auf der Straße. Zudem sind über 10.000e an Kosten für den Abtransport und die Rückgabe der Wägen zu entrichten.

Der Wagenplatz Hafenstraße ist akut Räumungsbedroht. Seitens der MA69 (=Liegenschaftsmanagement der Stadt Wien) wurde für Donnerstag den 28.10. 9h die Räumung des Platzes angekündigt. Konkret brauchen die Bewohner*innen Unterstützung beim Abbau und Hilfe beim Aufräumen. Ein von mehreren Menschen über neun Monate bewohnter Ort lässt sich so einfach nicht binnen zwei Tagen packen!

Der ausverhandelte und “legalisierte” Wagenplatz Lobau wurde ebenso direkt nach den Wahlen in Wien vor die bisher nicht kommunizierte Tatsache gestellt nun neben einer 24hGroßbaustelle existieren zu müssen.

Wir finden das der momentane Umgang mit Wagenleben und alternativen Lebensweisen in Wien zutiefst verachtenswert ist. Auch scheint die Wiener SPÖ kurz nach den Wahlen noch schnell mit Projekten die nicht auf ihrer Linie liegen abrechnen zu wollen.

Wir rufen dazu auf die Wagenplätze aktiv zu unterstützen, sich über die aktuelle Lage von Projekten in Wien zu informieren und die Stadt Wien über euer Missfallen aufzuklären.

Links zum Thema:
http://at.indymedia.org/node/19217
http://at.indymedia.org/node/19284
http://at.indymedia.org/node/19193

http://treibstoff.wagenplatz.at/
http://hafenstrasze.wagenplatz.at/
http://akwlobau.wagenplatz.at/

Kontakt zur MA69:
http://grundstuecke.wien.at

Kontakt zu Häupl:
http://www.wien.gv.at/advuew/internet/AdvPrSrv.asp?Layout=politiker&Type=K&SUCH=H%E4upl%20Michael,%20Dr.&personcd=2004073010475502&SUCHNAME=H%E4upl%20Michael

Hallo, wir sind das Kaleidoskop!

Also ich und du und du und ihr und alle! Wir sind ein Freiraum für Menschen die, abseits von Konsumzwang, Leistungsdruck, (Hetero-)Normativität und anderen gesellschaftlichen Zwangsmechanismen entspannen, feiern, arbeiten, vernetzen, (er)leben, lesen, spielen, Musik machen, hören, lernen, Tee trinken und ihrer Kreativität und künstlerischem Schaffen freien Lauf lassen möchten.

Neben Ver­an­stal­tun­gen, die von uns selbst or­ga­ni­siert wer­den, stel­len wir die Räumlichkeiten für ver­schie­dens­te Ideen, Grup­pen, Pro­jek­te und Mensch wie du kos­ten­los zur Ver­fü­gung. Auf Basis von ge­gen­sei­ti­gem Re­spekt, Reflexionsvermögen und dem Aus­schlie­ßen von ge­sell­schaft­li­chen Mus­tern, die uns und andere ein­schrän­ken und verletzen (Se­xis­mus, Ras­sis­mus, Ho­mo­pho­bie, Lookism, u.ä.) wird damit eine Platt­form für Kunst-​ und Kul­tur­schaf­fen­de er­mög­licht, die sich die Miete eines “nor­ma­len” Raums für ihre Ar­beit nicht leis­ten kön­nen und denen hier eine Mög­lich­keit ge­bo­ten wird, Ei­ge­nes zu ver­wirk­li­chen.

Die Räum­lich­kei­ten fi­nan­zie­ren sich auf Basis von frei­wil­li­gen Spen­den selb­stän­dig. Was pas­siert und wer sich be­tei­ligt er­gibt sich durch In­ter­ak­ti­on und Feed­back. Ent­schei­dun­gen wer­den ge­mein­sam und kon­sens­ori­en­tiert ge­trof­fen; regelmäßige Treffen und gemeinsame Diskussionen finden statt, um auch die­je­ni­gen zu Wort kom­men zu las­sen, die sonst von Ent­schei­dungs­pro­zes­sen aus­ge­schlos­sen wer­den. Hier­durch bie­ten wir eine leb­ba­re Al­ter­na­ti­ve zum kul­tu­rel­len (Kon­sum-​)Main­stream. Durch die kon­se­quen­te Ver­fol­gung die­ses Kon­zepts ist aus einer an­fäng­li­chen Grup­pe von 7 Men­schen ein Pro­jekt her­an­ge­wach­sen, an dem sich heute über 30 Per­so­nen aktiv be­tei­li­gen.

Neugierig geworden?

Dann komm doch einfach vorbei und mach mit! Denn egal ob du selber aktiv werden oder einfach nur gemütlich mit anderen(oder allein) ein Bier trinken oder eine Kleinigkeit essen magst (und uns so mit einer freiwilligen Spende unterstützen kannst), das Kaleidoskop ermöglicht es allen auf ihreWeise am Projekt teilzuhaben. Dabei ist es uns wichtig, die Grenze, die normalerweise zwischen “Schaffenden” und “Konsumierenden” (=Gäste) besteht,  zu durchbrechen. Das heißt, verantwortlich sind alle, dafür dass es allen Spaß macht, dafür das es möglich ist respektvoll behandelt zu werden, dafür das mensch sich wohl fühlen kann – auch bei Partys!